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Werbung im Fernsehen – Abschalten aber fix

Ich habe mir wirklich aktiv abgewöhnt, Werbung im Fernsehen zu schauen mithilfe meiner Fernbedienung oder durch Aufnahmen, die ich dann leicht zeitversetzt schaue und die Werbespots vor spule. Dennoch bleibt ein kleiner Rest, der mir nicht vorenthalten wird an Unverschämtheiten der Werbetrolls, die scheinbar in ihrer eigenen kleinen Welt leben und andere Vorstellungen haben als ich von Werbung, die ihre Kunden auch erreicht und nicht zum Wegschalten animiert. Aber in diesem Bereich gibt es noch einiges nachzuholen und zu lernen, eventuell verstehen die Sender irgendwann dieses Problem – spätestens dann, wenn sie wieder anfangen müssen, sich um ihre Zuschauer zu kümmern. Im Augenblick ist die Entwicklung spürbar, dass sich die Fernsehwelt in ihren eigenen Kreisen bewegt und sich wie ein Planet, der seine eingefahrenen Bahnen verlässt, vom Publikum entfernt. Wenn in diesem wichtigen Segment in der Kommunikation zwischen TV-Sendern wie RTL, SAT.1, ProSieben oder leider auch die öffentlich-rechtlichen Sender neben der Zwangsfinanzierung wie ARD und ZDF etwas dermaßen schief läuft, dann sollte man sich mal Gedanken machen. Aber scheinbar rollt der Rubel noch und die Einnahmen spülen locker Geld in die Kassen, sonst wäre ja schon ein Qualitätssprung nach oben zu verzeichnen auch bei der Präsentation von Produkten im Fernsehen. Es gibt einige Spots, die mir besonders missfallen haben und seitdem negative Suggestionen auslösen – das bedeutet, dass es für ein Unternehmen besser gewesen wäre, nichts zu tun und sich auf die Produkte zu konzentrieren.

TV-Werbung in Maßen ist sinnvoll und erspart Zuschauern Kosten

In den Ansätzen ist ja TV-Werbung nicht schlecht, die Sender verkaufen ihre Sendezeiten und sind nicht auf irgendwelche Gebühren angewiesen. Aber das hat ja mittlerweile Ausmaße angenommen, die ungesund wirken. Das ist ja wie wenn ich einen Kinogutschein gewonnen hätte und der Besitzer sagt “als Ausgleich hast Du ein paar TV-Spots dazwischen” und nach dem ersten Spannungsbogen ist schon Werbung. Das Licht geht an, Popcorn und Cola werden verkauft und einige schieben sich schon aufs Klo vorbei. So in etwa empfinde ich es, wenn bei egal was schon nach wenigen Minuten das Programm unterbrochen wird. Bei Filmen ist es aber besonders schlimm, weil man sich auch mal etwas vertiefen möchte in die Materie oder die Atmosphäre des Films komplett flöten geht wenn man dazwischen angeschrien wird wegen einem Waschmittel oder Margarine. Zu später Stunde wackeln sogar irgendwelche Frauenkörper auf der Mattscheibe und ich kann gar nicht so schnell vorspulen wie die Brüste wippen.

Reklame und Sende-Inhalt müssen sich zeitlich die Waage halten

Zumal man ja auch komplett alleine gelassen wird damit, es fließt Null wert an nützlichen Informationen durch den Kanal, der auch mit einem Gang zum Kühlschrank UND dem WC nicht überbrückt werden kann. Soll ich vielleicht noch anfangen zu putzen abends um die Zeit rumzubekommen? Früher als noch GZSZ geguckt wurde, begann die RTL-Soap um 19 Uhr 37 und um 19 Uhr 39 wurde man aus der Serie entlassen. Auf wiedersehen, wir gehen mal alle einen Spaziergang machen und kommen bald wieder. Da kommt keine Spannung auf, keine Freude und das, was früher mal Spaß gemacht hat, gerät nun zur Umschaltorgie bis die Spots endlich vorbei sind oder bei Aufnahmen wird gespult bis endlich genau der Anfang um dann 19 Uhr 46 oder so gefunden ist. Um beim Beispiel zu bleiben: “Gute Zeiten Schlechte Zeiten” geht dann bis ca. 20 Uhr 03 – Werbung dann bis ca. 20 Uhr 11

Werbung im Fernsehen verdreifacht in 15 Jahren

1999 gab es 650.000 Minuten Werbung pro Jahr jetzt waren es im Jahr 2014 unfassbare 1,8 Millionen Minuten Werbung – das bedeutet auch 1,8 Millionen Minuten verlorene Zeit für sinnvolle Dinge. Mit viel gutem Willen rechnet man 300.000 Minuten für sinnvolle Produkte ab, aber der Rest ist wirklich reine Zeitverschwendung und die Sender haben die Zeit ihrer Zuschauer verkauft. Scheinbar gibt es niemanden, der sich an diesem Ritual stört und so geht das dann halt immer weiter – aber es färbt ab auf andere Sendungen von dem eh kleinen Extrakt, was man bei den Privaten noch gucken an. Die Ideen der kommerziellen Sender sind also nicht nur bei den Formaten und Shows eher beschränkt, sondern auch bei der Umsetzung neuer Werbemöglichkeiten über Unterbrechungen und Splitscreen hinaus. Eventuell muss das aber so sein und die Mühle dreht sich immer weiter im gleichen Tempo – nur nix verändern, nur nicht an kleinen Stellschrauben drehen. Alles muss so bleiben und weiterlaufen, damit das sensible Publikum nicht auf Veränderungen reagieren muss. Wer da jetzt an Politik denkt?! Keine Ahnung. Zwinkerndes Smiley

ARD ZDF Beitragsservice und Werbung ist Verkauf am Kunden

Vor allem bei den öffentlich-rechtlichen Sendern wie ARD und ZDF ist es besonders ärgerlich, wenn sowohl mit der GEZ das Geld vom Kunden abgezogen wird und zusätzlich zahlen die Zuschauer mit der Währung Zeit, die die Sender noch an irgendwelche Firmen verkauft haben. Es ist schon erstaunlich,wie  viel Werbung nachmittags mal schnell zwischen Sendungen und Nachrichten zwischen geschoben  wird oder selbst im Frühstücksfernsehen noch ein Spot vor dem Wetter oder noch ein Spot vor dem Sport und nach dem Sport einfach mal so gesendet wird.

Sind die Öffentlich-Rechtlichen etwa knapp bei Kasse?

Es gebietet eigentlich der Respekt gegenüber den Gebührenzahlern, dass man diese Zeit mit sinnvollen Dingen füllt und nicht wie auch beim Wintersport sehr negativ auffallend zwischen den Wettbewerben auf einmal dauernd Werbung ist. Wenn ihnen das Geld nicht reicht für ihr ganzes Personal und besonders für die regionalen Sender, dann sollte man vielleicht mal anfangen, wirtschaftlicher zu handeln oder die eine oder andere Sendung nicht zu produzieren. Mit dem vorhandenen Geld ist sehr vieles möglich weit über dem jetzt Anfang 2015 vorhandenen Niveau, man muss es nur wollen und dieses umsetzen – im Interesse der Zuschauer, eigentlich.

Unverantwortlich

Natürlich ist auch nicht alles schlecht bei den öffentlich-rechtlichen, aber man muss auch schon mal den Finger in die Wunde legen und vielleicht fehlt ein Korrektiv, das mal ein bisschen die Augen öffnet und nicht die Politik, die nachweislich schlecht wirtschaften kann und eigene Interessen vertritt, zu sehr das Ruder überlassen. Das sorgt nicht für Vertrauen und fällt im Umkehrschluss genauso immer wieder auf die Parteien zurück, deren Interessenvertreter in den Vorständen der Sender maßgeblich für die Misere und somit die Probleme verantwortlich sind.

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