Skip to main content

Global Gladiators ist ja besser als Dschungelcamp!

Global Gladiators hatte ich eigentlich mehr in der Trash-Ecke verortet, musste mich aber zu meinem großen Erstaunen positiv überraschen und eines besseren belehren lassen. Denn Global Gladiators entpuppte sich doch als gelungene Unterhaltung für den Abend oder eben als Aufnahme zu einem anderen Zeitpunkt. Die Auftakt-Folge der Staffel im Jahr 2017 kann man auf jeden Fall als gelungen darstellen und auch die Protagonisten in der Wüste hatten ihren Spaß.

Die Gefahr war natürlich groß, dass Global Gladiators nur vom Titel her etwas entfernt mit Gladiatoren tun hat und es sich eher an Formate wie das „Dschungelcamp“ oder „Wild Girls – Auf High Heels durch Afrika“ (einem ähnlichen Versuch von vor ein paar Jahren mit den Mädels in der Wüste) orientiert. Aber die Mischung aus Prominenten, Sportlern und nicht so bekannten Menschen ist okay und so dürfen sich die Zuschauer über nette oder auch nicht so nette Gespräche freuen.

Für entsprechenden Zündstoff sorgen schon alleine die beiden gegen Pole Lilly Becker und Oliver Pocher, die über die Schiene von Boris Becker und Alessandra Meyer-Wölden als gemeinsame Bekannte schon mal eine gewisse Vorgeschichte haben. Boris Becker war mal mit „Sandra“ zusammen und danach war der Oliver mal dran, bevor Pocher mit der Tennisspielerin Sabine Lisicki zusammen kam. Das wird auch entsprechend thematisiert und hierin liegt auch eine permanente Grundspannung zwischen diesen beiden.

Auch Larissa Marolt, die schon vor einiger Zeit das Dschungelcamp bei „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“ durcheinandergewirbelt hat, ist mit von der Partie und hält sich auch diesmal weder an irgendwelche Regeln noch mit Fragen zurück. Die dritte Frau im Bunde ist unsere ehemalige Torhüterin der Fußball-Nationalmannschaft, Nadine Angerer. Die männliche Antwort beim Thema Fußball ist Ulf Kirsten, der sich gefühlt das erste Mal in solche Realty-Formate wagt. Hier hat Pietro Lombardi schon einige Erfahrungen sammeln können, nicht zuletzt bei „Deutschland sucht den Superstar“ wusste er sich schon zu präsentieren und konnte hier auch gewinnen. Ansonsten dürften Interessierte Zuschauer ihn auch in diversen Lebenslagen auf verschiedenen Sendern mit was auch immer für Geschichten erleben, zusammen oder getrennt von seiner ehemaligen Lebensgefährtin Sarah Lombardi. Raul Richter kommt auch ursprünglich aus der RTL-Ecke als Schauspieler bei GZSZ, ist nach dem Ausstieg bei der Soap nun Moderator oder verleiht Animationsfiguren als Synchronsprecher seine Stimme. Vielen unbekannt dürfte Mario Galla sein, er ist Modell mit einer Beinprothese.

Man sieht also schon an den Personen, dass hier durchaus starke Charaktere bei sind, die vor die Kamera drängen werden und auch abseits des Scheinwerferlichts einige Akzente setzen könnten. Dazu hatten sie auch zahlreich Gelegenheit, sich von ihrer besten Seite zu zeigen – denn anders als beim RTL-Dschungelcamp herrscht hier keine große Langeweile und es werden auch nicht nur zwei Leute oder sogar nur einer gewählt, die zur täglichen Aufgabe angezogen werden. Hier muss im Grunde genommen jeder ran und keiner kann sich sicher sein, aus der Reihe zu tanzen. Beim IBES-Dschungellungern sortierte sich ja doch manchmal recht schnell der eine oder andere „Star“ mit einem Zipperlein heraus oder man musste auf bestimmte Einschränkungen Rücksicht nehmen. Außerdem gammeln dort gefühlt nur alle in der Hängematte rum und warten auf den nächsten Tag oder das endlich der Hartwig und die Sonja Zietlow auf den Platz kommen. Beide sorgen für die eigentlichen Witze.

In der ersten Folge von Global Gladiators ging es gleich richtig zur Sache, die ausgestrahlten Folgen sind alle bereits lange aufgezeichnet worden und so kann man dem Zuschauer in gesunden Portionen und aufbereitet einen guten Mix aus Spiel, Spaß, Spannung und Stress präsentieren. So war gleich die erste Aufgabe, aus 10 m Höhe aus einem Hubschrauber springen und sich der höchsten Punktzahl im Ziel zu nähern. Hier hatten sowohl die Zuschauer etwas davon als auch alle Stars, denn jeder musste zum Springen und am Ende sorgte auch nur ein leicht besserer Sprung mit 15 statt zehn Zählern für den Sieg eines Teams. Denn die acht Prominenten wurden in zwei Teams je vier Personen eingeteilt und kämpfen nun gegeneinander, aber natürlich kämpft auch jeder für sich. Jeder präsentiert sich so gut er kann im Sinne der Marktwertsteigerung.

Man muss hier wirklich sagen, dass sich der Sender Prosieben bei Global Gladiators richtig Mühe gegeben hat mit der Story drumherum. Erstmal bleiben nicht alle an einem Ort, sondern fahren mit dem Truck zu verschiedenen Sets und so birgt auch der Transport im Lkw einiges an Potenzial für Stoff zum Senden. Im zweiten Spiel traf man sich zum Autopolo, eine Person musste fahren und die andere Person mit dem Schläger hinten stehend sich um das Spiel kümmern. Auto Polo schwankte von den Spielständen hin und her, lebte von der Action und auch von den teilweise lustigen Fehlern der anderen. In den guten drei Stunden war also genügend Material vorhanden, um die Fans vor den Fernsehschirmen zu unterhalten und gleichzeitig noch Sympathie für die eine oder andere Person zu bekommen.

Das letzte Spiel in dieser Show am Donnerstag war auch gleichzeitig das spektakulärste, hier mussten sich die Prominenten zu einem Netz über einem riesengroßen Canyon hinüberseilen. Wer allein schon diese Hürde überwunden hatte, musste dann auf diesem gespannten Netz wie eine Spinne im Angesicht der Tiefe in verschiedenen Säcken nach den zum Team passenden Bällen suchen und diesen dann in einen Korb befördern. Doch auch das war noch nicht alles, es diente nur dazu, die Zeit zu messen für den verbleibenden Rest. Nochmals Überwindung kostete dann von dort der Sprung mit einem Bungeeseil, um im fallen den Ball möglichst nahe an einen Baum zu werfen. Wer am Ende näher am Ziel war, hatte gewonnen. Unheimlich viel Spannung, Geschichten von Überwindung und Angst wurden geschrieben – so war schon in der ersten Folge von Global Gladiators ordentlich was gebacken unter der Sonne Namibias.

Als Fazit kann man festhalten, das hier die Mischung aus allem stimmt. Sowohl der Unterhaltungswert kommt nicht zu kurz mit witzigen Dialogen, ordentlich Stress im Lkw in Abwechslung mit interessanten Spielen. Aber auch bei den Prominenten hat man scheinbar den richtigen Nerv getroffen, denn alle waren fit und gesund, hatten Spaß und Willen für diese Challenge – man hatte bei keinem Promi das Gefühl, dass ersie hier nur seine Zeit absetzen möchte und schnellstmöglich das Abenteuer verlassen will. Nicht zuletzt auch die unterhaltsamen Spiele, die für Spannung und auch Spannungen unter den Prominenten sorgen, machen das Gesamtpaket von Global Gladiators zu einem netten Experiment im Sommer 2017. Es zeigt sich also, dass -nicht überraschenderweise- eine sinnvolle Beschäftigung für den Zuschauer interessanter ist, als Menschen mit prominenten Hintergrund im Dschungel oder in einem Haus liegen zu sehen. Oliver Pocher hat mit seinen witzigen und frechen Sprüchen ebenfalls einen großen Anteil am Unterhaltungswert, wobei auch Lilly Becker oder Larissa nicht wirklich zurückhaltend sind. Alles in allem also für alle Seiten ein Gewinn und wer auf solche Reality-Formate steht, der wird mit Global Gladiators auf jeden Fall seinen Spaß haben.


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Kommentare werden durch WP-SpamShield Anti-Spam geschützt