Rückblick auf die Hertha-Hinrunde 2016

Hertha BSC wird wohl durchaus zufrieden auf die bisherige Hinrunde im Kalenderjahr 2016 zurückblicken, auch wenn Kritiker zum Beispiel durch das Ausscheiden bereits in der Qualifikation zur Europa League das eine oder andere Haar in der Suppe finden könnten. Wer weiß aber schon, welche Kräfte das freigesetzt hat und wo Hertha BSC stehen würde, wenn man zusätzlich zum Pokal und der Liga auch noch die europäische Belastung inklusive der Auswärtsfahrten und späten Anstoßzeiten hätte. Darum sollte man sich darüber nicht allzu sehr ärgern, der europäische Wettbewerb kann auch noch in den nächsten Jahren ein lohnenswertes Ziel sein – Zumal es zum Ende der letzten Saison 2015/16 einem Schneckenrennen glich, werden nun noch auf dem Platz zur EL-Quali springen wird. Im entscheidenden Spiel wurde nach einem Heimsieg in Bröndby so hoch verloren, dass man sich voll und ganz auf die Bundesliga und den DFB-Pokal konzentrieren konnte. Langfristig wird man sicherlich noch personell aufrüsten müssen, um auf allen drei Hochzeiten zu tanzen.

Hertha BSC – SC Freiburg 2:1

Die Bundesliga-Saison fing mit der vermeintlich einfachen Aufgabe gegen Aufsteiger Freiburg an, dieses Spiel gewann noch in den letzten Minuten unglaublich an Dynamik und wer immer glaubt, ein 1:0 kann man in Ruhe nach Hause schaukeln, dem sei die Ansicht dieses Spiels empfohlen. Denn die Freiburger schafften noch in der Nachspielzeit den 1:1-Ausgleich nach einem minutenlangen Sturmlauf, um dann aber doch noch in der Firma 95. Minute mit 1:2 zu verlieren. Dieses Spiel könnte für Hertha BSC Signalwirkung für die gesamte Hinrunde gerade im Olympiastadion gehabt haben.

FC Ingolstadt – Hertha BSC 0:2

Erstaunlich souverän ging es dann in das Auswärtsspiel beim FC Ingolstadt, der Aufsteiger der letzten Saison hat aber nun das erwartet schwere zweite Jahr in der Bundesliga zu verkraften und so gewann man hier mit 2:0. So konnte man mit breiter Brust und einem guten Saisonstart den Erzfeind aus Gelsenkirchen empfangen.

Hertha BSC – Schalke 2:0

Zur Freude im weiten Rund des Olympiastadions konnte auch dieses Heimspiel gegen erschreckend schwache Gäste mit 2:0 gewonnen werden, nach Ingolstadt nun also Schalke 04 mit großen Problemen zum Start der Saison.

FC Bayern München – Hertha BSC 3:0

Wenig bis gar keine Probleme hatte Hertha BSC und fuhr deswegen zum ersten Mal seit langem mit neun Punkten in der Tabelle in die Allianz Arena, wo man aber den Gastgebern das Spiel komplett überließ und niemals auf Augenhöhe agierte. So wurde das Spiel auch verdient mit 0:3 gegen den FC Bayern München verloren und man konzentrierte sich schon auf den nächsten Auswärtsgegner ein paar Tage später in der englischen Woche.

Eintracht Frankfurt – Hertha BSC 3:3

Nach der ersten Niederlage dieser Saison am Mittwoch ging es am Wochenende in Richtung Hessen, hier musste Hertha BSC im zweiten Auswärtsspiel in Folge bei Eintracht Frankfurt antreten. Dieses Spiel sollte das torreichste Spiel der bisherigen Saison werden, am Ende schraubten beide das Ergebnis zu einem 3:3 hoch. Die Führungen wechselten immer wieder, nach der Berliner 1:0-Führung konnte die Eintracht noch vor der Pause mit 2:1 in Führung gehen und Hertha BSC antwortete in der zweiten Hälfte mit dem Ausgleich und der 3:2-Führung. Alles sah auch nach drei Punkten aus, bis am Ende die Gastgeber doch noch den 3:3-Ausgleich schafften. Die Frankfurter hatten einen ebenso guten Saisonstart wie die Hauptstädter und so war rückblickend das Remis mit insgesamt sechs Toren absolut kein Rückschlag.

Hertha BSC – Hamburger SV 2:0

Je selbstbewusster Hertha BSC auftrat, umso mehr hatte man das Gegenteil bei den Gästen als Eindruck. Nach Schalke 04 kam nun der Hamburger SV als krisengeschüttelter Club in das Olympia-Stadion, Markus Gisdol hatte nach Bruno Labbadia beim HSV übernommen und man war gespannt, mit welchem Konzept der neue Coach überraschen wollte. Doch in der Phase des Übergangs blieben die Hanseaten insgesamt farblos und vielen nur durch ihre bunten Trikots auf. Nach Abpfiff konnte die Ostkurve über einen 2:0-Heimsieg jubeln.

Borussia Dortmund – Hertha BSC 1:1

Nach den Bayern auswärts gab es jetzt den nächsten schweren Brocken mit Borussia Dortmund, aber an diesem Freitag bewies der Hauptstadt-Club auch im Signal Iduna Park, dass die letzten Erfolge keine Eintagsfliegen waren. Nach einer torlosen ersten Halbzeit gingen die Berliner Gäste mit 1:0 in Führung, die aber der BVB bald ausgleichen konnte. An dieses Spiel wird man sich auch erinnern wegen der roten Karten auf beiden Seiten und weil Trainer Thomas Tuchel sich danach abermals über die harte Gangart gegen seine Mannschaft beklagte. Wichtig war für Hertha BSC nur, dass man ohne Niederlage blieb und sich in der Tabelle weiter oben etablieren konnte.

Hertha BSC – 1. FC Köln 2:1

Wieder stand ein Heimspiel an und es ging erfolgreich weiter, am achten Spieltag mussten die Kölner dran glauben. Sie erwiesen sich allerdings auch als harter Brocken und zeigten, warum sie in der Tabelle im oberen Drittel stehen. Doch irgendwann wurde die Abwehr doch geknackt und man gegen mit 1:0 in die Halbzeit, in der 65. Minute konnten die Gäste aus der Domstadt leider ausgleichen. Doch mit Kampf und Willen klappt es in dieser Hinrunde wesentlich besser als in der letzten Rückrunde und so schaffte Hertha BSC eine gute Viertelstunde vor Schluss noch den 2:1-Siegtreffer, Stark nutzt eine Flanke von Mitchell Weiser und verwertet diese unter dem Jubel des blau-weiß geschmückten Olympiastadions. Abermals schaffte Hertha BSC also mindestens zwei Tore in Berlin und punktet damit weiter.

1899 Hoffenheim – Hertha BSC 1:0

Es gab noch einige andere Teams neben Hertha, Bayern, Frankfurt oder Köln, die in der Saison 2016/17  aufhorchen ließen und eine davon war die TSG aus Hoffenheim. Still und heimlich im Windschatten bewegen sie sich auch weit vorne in der Tabelle und bewiesen Ende Oktober, dass sie auch mittlerweile gute Teams wie eben auch Hertha BSC vor eigenem Publikum besiegen können. Nach vorne bei Hertha an diesem Tag nicht viel und so schaffte Hoffenheim einen 1:0-Heimsieg.

Hertha BSC – Borussia M´gladbach 3:0

Erst am Sonntag gespielt und trotzdem an einem Freitag im Heimspiel antreten, dachten sich wohl viele Fans in Anbetracht anderer Möglichkeiten mit längerer Pause. Noch schlimmer hatten es aber die Gäste aus Gladbach, die am Mittwoch noch international spielten und nun nur den einen Donnerstag zur Regeneration hatten. Doch nicht nur deshalb, aber auch bestimmt wegen dieser kurzen Pause, setzten sich die Gastgeber wieder durch und gewannen das Heimspiel gegen die Fohlen mit dem bisher höchsten Ergebnis 3:0.

FC Augsburg – Hertha BSC 0:0

Traditionell fallen bei der Paarung FC Augsburg gegen Hertha wenige Tore, so war es auch keine Überraschung, dass das Ergebnis am 19. November 0:0 hieß. Offensichtlich hat man hier auch mal wieder die Kräfte geschont, um gegen den nächsten Gegner gut erholt im Sonntagsspiel anzutreten.

Hertha BSC – FSV Mainz 05 2:1

Dies erwies sich auch als Vorteil, denn am zwölften Spieltag waren die Mainzer zu Gast, die wie schon Gladbach zuvor wenige Tage vorher ein Spiel auf internationalem Parkett zu bestreiten hatten. Dennoch wurde es ein offenes Spiel, welches zur Halbzeit noch 1:1 stand und erst durch ein Pingpong-Tor mit dem 2:1 von Kalou entschieden wurde. Hertha BSC entwickelte sich so langsam zu einer echten Heimmacht und musste bisher noch nicht einen einzigen Zähler abgeben.

VfL Wolfsburg – Hertha BSC 2:3

Aber auch auswärts muss sich die Hertha in der Hinrunde der Saison 2016/17 nicht mehr verstecken, auch wenn in Hoffenheim und Bayern kein Treffer gelang und man dort verloren hatte. Beispielgebend hierfür war auch wieder das Spiel beim VfL Wolfsburg, die VW-Spieler sind vom Potenzial eigentlich viel höher anzusiedeln und kämpften doch zum Zeitpunkt des Spiels gegen den Abstieg. Umso größer war der Jubel, als die Hausherren in Führung gingen und trotzdem konnte der Hauptstadt-Club im Laufe des Spiels sowohl zum 2:2 ausgleichen nach der Halbzeit als auch durch einen Elfmeter in den Schlussminuten das Spiel sogar gewinnen.

Hertha BSC – Werder Bremen 0:1

Nach diesem furiosen Auswärtsspiel in Wolfsburg und der tollen Heimserie waren die Erwartungen natürlich riesengroß, noch dazu wurde das Spiel gegen Werder Bremen zu einem Top-Spiel bei Sky und Gefühlt die ganze Nation schaute ab 18:30 Uhr auf das Heimspiel von Hertha BSC. Umso überraschender war dann doch, dass sich die Gastgeber fast schon komplett in der eigenen Hälfte zurückzogen und kaum das Mittelfeld überwinden konnten. Da war‘s dann auch nicht verwunderlich, dass Werder Bremen irgendwann die Einladung annahm und früher störte – auf einmal klingelte es im Tor von Rune Jarstein und es stand 0:1 aus Berliner Sicht. Noch kein Beinbruch, schließlich war noch genügend Zeit zum Ausgleich zu kommen und vielleicht sogar mehr? Die Antwort wurde im Verlauf der zweiten Halbzeit immer deutlicher – an diesem Abend gegen wirklich nichts und so musste man erstmals in dieser Saison ohne eigenen Treffer den olympischen Rasen verlassen.

RB Leipzig – Hertha BSC 2:0

Es folgte eine Woche später das Spiel beim Aufsteiger Rasenballsport Leipzig. Nach der Niederlage gegen Bremen gab es nicht allzu großem Grund zur Euphorie, trotzdem fanden bewundernswerter Weise viele Anhänger den Weg in den Nahen Osten und waren große Hoffnung. Leider gab es in Leipzig auch nichts zu holen, außer der dritten Niederlage ohne eigenen Treffer, beim 0:2 war man ohne wirkliche Chance.

Hertha BSC – Darmstadt 98 2:0

Die zwei Niederlagen nagten schon etwas am Selbstvertrauen und kam mit Darmstadt 98 zwar eine Mannschaft, die auswärts bislang komplett harmlos war, aber immerhin in der letzten Saison durch einen Auswärtssieg den Klassenerhalt ausgerechnet im Olympiastadion zu Berlin klargemacht hatte. So gesehen gab es auch aus diesem Grund noch etwas gutzumachen und die beiden Pleiten ohne eigenen Treffer sollten auch so nicht als bleibender Eindruck vor dem Jahreswechsel stehen. Darum entschloss sich Hertha BSC, dieses Spiel zu gewinnen – und wie! Zwar war es vom Ergebnis her nur ein “Standard-2:0“, aber der Hammer von Plattenhardt aus bestimmt 30 m war alleine das Eintrittsgeld wert und alle die da waren, hatten etwas zu erzählen. Vor dem Anpfiff fing es schon emotional an, weil aufgrund des Attentats am Breitscheidplatz die Fans aufgefordert wurden, in der Gedenkminute das Stadion mit Taschenlampen und Handy leuchten zum Strahlen zu bringen. So gesehen gingen die Herthaner doch mit einem guten Gefühl nach Hause und konnten den dritten Platz unterm Weihnachtsbaum feiern.

 

Author: FunTaManGo

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