Mi. Okt 27th, 2021

Betrachtet man sich einmal die aktuelle DSDS-Staffel bei RTL, dann muss man wirklich zu dem Schluss kommen: Das einstige Erfolgsformat “DSDS” ist nur noch eine Mischung aus Zirkus, Comedy und ein bisschen Singen.

Früher saßen in der Jury von “Deutschland sucht den Superstar” zum Beispiel Musikproduzenten wie Thomas Stein oder Marketingmanagerin Sylivia Kottek, die auch dem Vorstand der deutschen Phonoakademie angehörte. Danach wurde es am Jurypult etwas bunter, es gaben sich aber immerhin gestandene Künstler*innen wie Heino, Fernanda Brandao oder Patrick Nuo die Ehre und in der Folge nahm meines Erachtens nach die Kompetenz stetig ab. Wer dann da neben dem Dauer-Juror noch von eben diesem Dieter Bohlen akzeptiert wurde, hatte nicht immer auch Fähigkeiten zur Ausübung einer Beurteilung von jungen Künstlern. Bill und Tom Kaulitz, Kay One, Mieze Katz und dann waren da noch Leute wie eine mir bis dato unbekannte Shirin David, die wohl auf YouTube zu Hause ist oder jetzt eben Maite Kelly und Mike Singer. Das Kapitel der etwas kuriosen Personalien wie Xavier Naidoo oder die völlig sinnbefreite Entscheidung schon vor seinen Eskapaden für einen Michael Wendler in die aktuelle Jury zu holen, verstärkt nur den Eindruck der Überschrift des Artikels hier.

Shada und Claudia machen DSDS Jury überflüssig

Warum aber sollten sich in der heutigen Zeit noch Fachleute aus der seriösen Musikbranche in einem Format wiederfinden, in der wie in der aktuellen DSDS-Staffel 2021 ein Schreihals wie Shada oder auch Claudia mit ihrem im Vergleich zur Konkurrenz begrenzten Talent mehr als nur in den Recall kommt. Und es wird dann ja auch noch ganz offen von Dieter Bohlen propagiert, dass es eben um Unterhaltung und Entertainment geht. Dies darf aber nicht um jeden Preis geschehen und es sollte sich in einer Castingshow wie DSDS immer noch in erster Linie um Gesang im weitesten Sinne drehen. Wenn also da Leute weiterkommen, die vor ein paar Jahren bestenfalls als schmückendes Beiwerk bei den Castings eine Rolle gespielt hätten, stellt das auch die Jury infrage. Sie macht sich sozusagen selbst überflüssig und ihr Urteil spiegelt sich nicht mehr im Empfinden der Zuschauer. Diese gefühlte Entfremdung spürt man aber immer mehr, was das Verhältnis Medien und Publikum angeht. Die Idioten vor dem TV sollen gefälligst fressen, was man ihnen da vorsetzt. Schließlich kann man daraus ja wunderbar neue Kandidaten für andere Formate generieren.

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Verschwiegen werden darf auch nicht, dass auch dieses Mal einige großartige Stimmen dabei sind, wie das Quartett mit Starian, Kevin, Jan-Marten und Marvin – aber der Gesamteindruck bleibt irgendwie negativ und dass RTL nicht nur seine Zuschauer verarscht, sondern auch die Teilnehmer von DSDS, hat die Aktion mit dem Bus gezeigt. Da muss man doch als Sender mal den Kopf einschalten und nicht zulassen, dass die Teilnehmer in dem Glauben, nach dem Überstehen der Runde eine Reise zu machen, in einen Bus zu stecken – nur um sie ein paar Stunden später wieder an der gleichen Stelle abzuladen, wo sie herkamen. Das ist auch eine Form von Mobbing, aber man darf vermutlich im Niveaulimbo die Latte ruhig etwas tiefer hängen.

DSDS 2021 ist nur noch ein Trümmerhaufen

Letztendlich ist der Gesamteindruck von DSDS im Jahre 2021 eher als lächerlich zu bezeichnen. Maite Kelly hat ihre Rolle ebenso nicht gefunden, schaut manchmal wie ein verliebter Teenager wenn jemand singt und das hilft sicherlich nicht bei der Beurteilung von Gesangsleistungen. Mike Singer gibt auch nur solche Standardsätze ab, die man auch jedem anderen in den Mund legen könnte. Zu hart sind die Urteile nicht, schließlich kann in der Jury jeder ob seiner Anwesenheit dort sagen, was er oder sie will – nur sind sie eben nicht wirklich fachlich fundiert oder entsprechen der Wahrheit.

Je schwächer die anderen in der Jury sind, umso stärker kann sich Dieter Bohlen fühlen und mit seiner ständigen Rotation sorgt er ja auch dafür, dass sich da ja keine zu starken Strömungen neben ihm bilden können. Nahezu jedes Jahr müssen sich die neuen Kollegen beweisen und nach dem Abservieren von Pietro Lombardi, der als Ex-DSDS-Sieger wenigstens auch eine gewisse Authenzität vorweisen kann, darf sich eben keiner zu sicher sein für die nächste Jury-Teilnahme im folgenden Jahr. Dabei bemerkt Dieter Bohlen wohl nicht, dass der alte DSDS-Kutter zu seiner Volljährigkeit alles andere als ein flottes Schnellboot ist. Aber solange man da als Kapitän und quasi Alleinherrscher alle anderen auf Abstand hält, wird eben auch der Kurs gehalten – auch wenn nicht nur die Quoten auf Schlingerkurs sind.

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