Valentinstag total überbewertet!

Ich bekomme schon viele Tage vor dem Valentinstag völlig sinnlose E-Mails, in denen ich doch bitte daran denken solle, meine Liebste zu beschenken. Nun habe ich erstens keine Liebste und zweitens würde ich wohl auch an anderen Tagen an sie denken. Man braucht meines Erachtens keinen besonderen Tag, um seine Liebe zu bekunden – man sollte lieber im Alltag die Partnerschaft frisch halten, dann muss man nicht so krampfhaft an den Valentinstag denken. Gerüchteweise ist auch zu hören, dass der Valentinstag nur von den Frauen erfunden wurde. Damit wollen sie kontrollieren, ob der Mann an sie denkt oder nicht. Meistens denkt er auch daran, weil kaum ein Medium daran vorbeikommt und vermutlich genauso wie bei mir viele E-Mails kommen mit der Erinnerung, dass man doch an Geschenke denken solle.

Aber dieser ganze Hype ist mir komplett unverständlich, aber es wird eben immer irgendeine Sau durchs Dorf gejagt und so ist es eben jetzt Valentinstag und davor war es Fasching und danach selbst schon Ostern. Eigentlich geht dabei der ganze Sinn verloren, denn es soll aneinander gedacht werden und das ist für mich sowohl bei Freundschaften als auch im Kollegenkreise alltäglich. Nun muss ich mich auch nicht besonders anstrengen, um einen Kontakt auch über SMS, Facebook oder WhatsApp zu pflegen – seien es weibliche Kontakte oder auch männliche. Wichtig ist doch eigentlich nur, dass man sich nicht auseinander lebt und zwischendurch immer mal die eine oder andere Message über den Kanal geht. Natürlich gönne ich es auch allen Verliebten, die ihrer Partnerin oder den Partnern etwas Nettes schenken wollen, um zu zeigen, wie sehr man sich mag.

Was geben aber die Deutschen denn so an Valentinstag aus?

Valentinstag - Infografik
Originalbild von Netzsieger

Wie hier in der Info Grafik zu erkennen, sind das ganze 7 € für Blumen. Meistens also irgendwo schnell an der Tankstelle einen Strauß gekauft oder bei Lidl? Man weiß es nicht, fest steht aber – einem Blumenstrauß kann man auch an jedem anderen Tag kaufen und damit die Frau vielleicht viel mehr überraschen als immer nur an diesem einen Tag. Weiter geben die Männer 15 € aus für Geschenke aller Art, wenn man schon Weihnachten nicht wusste, was man schenken soll – jetzt wäre dann also der richtige Zeitpunkt. Denn 15 € ist für so ein Geschenk nebenbei genau die richtige Größe, zu Weihnachten wäre es eventuell doch etwas zu mickrig. Wobei ich immer selbst auch die Geste an sich sehe und nicht unbedingt nur, welcher Wert hinter einem Geschenk ist. Denn unter erwachsenen Leuten haben wir privat schon lange das mit den Geschenken an Weihnachten oder anderen Feiertagen sein gelassen. Geburtstag gibt es natürlich entsprechend dem Anlass dafür etwas Passendes. Die 24 € werden also auch noch ausgegeben für Essen, Trinken und das ganze Programm. Das geteilt durch 2 kann man dann auch beim Pizzadienst bestellen und sich zu Hause einen schönen Abend machen. Dazu Wein aus der Packung.

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Der Februar ist zudem nicht wirklich gut geeignet, um zu picknicken oder mit dem Dampfer zu fahren. Vielleicht sollte man also den Valentinstag lieber im Sommer nachfeiern und gemeinsam dem Untergang der Sonne hinterher schauen. Das ist auch viel romantischer und besser als Mitte Februar, aber wahrscheinlich ist eben genau in dieser Zeit kein besonderer Feiertag, Ostern ist noch lange hin und Weihnachten gerät auch so langsam in Vergessenheit. Das könnte also auch ein übler Komplott von Frauen gemeinsam mit den Floristen sein, damit die Wirtschaft weiter angekurbelt wird. Wenn die Händler aber auch fleißig an dieser Kurbel drehen und damit werben, oder selbst sogar Blumen verteilen, dann wird mir das alles zu viel und übertrieben. Noch einmal zur Klarstellung: ich gönne es ja den Frauen, beschenkt zu werden und sich mit Blumen zu schmücken. Aber in der heutigen Zeit sollte man einfach mehr aneinander denken, ohne dass es diese besonderen Tage dafür gibt. Denn nächsten Tag streiten sich die Menschen oft wieder, da nützt dann der schönste Blumenstrauß nichts. Oder vermutet man sogar bei den Männern ein schlechtes Gewissen? Das kann man sich eigentlich nicht vorstellen, der 14. Februar ist im Kalender oft rot angestrichen, sodass er nicht vergessen wird.

Valentinstag - Infografik
Original von Netzsieger

Wenn ich mich das nächste Mal verlieben sollte, dann werde ich des lieben Friedens willen auch am Valentinstag etwas verschenken. Eventuell sind das dann rosa Plüschherzen oder einfach einen Amazon Gutschein. Aber ich habe das ungute Gefühl, dass dieser Gutschein nicht gut ankommen dürfte und sich in die Riege der unbeliebten Geschenke einreihen würde. Auch Fotos dürften keine so gute Idee sein, die holde Weiblichkeit freut sich eben dann doch lieber über Blumen in Form von roten Rosen oder leckere Süßigkeiten zum Naschen. Davon gibt es reichlich im Angebot bei den Kaufhäusern oder auch bei den Discountern. Auch hier kommt man durch die Werbung am Valentinstag nicht vorbei und bekommt fast ein schlechtes Gewissen, wenn man nichts für diesen Anlass gekauft hat. Fehlt nur noch, dass man an der Kasse gefragt wird, warum man denn nichts für den Valentinstag gekauft hat und man sich noch rechtfertigen muss. Oder man schenkt der Kassiererin etwas – das nämlich finde ich sowieso immer eine gute Idee, auch wenn vielleicht die Kasse als Übergabeort nicht gut geeignet ist. Denn dann bekommt sie unter Umständen Ärger, weil man entweder im Beruf keine Geschenke annehmen darf oder sie anderweitig Schwierigkeiten wegen der Kassentätigkeit bekommt. Aber man darf ruhig auch Menschen, die im Beruf einiges über den Erwartungen leisten, als Privatperson mal mit einem Dankeschön verwöhnen.

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Zusammenfassend kann man sagen, dass der Valentinstag eine schöne Geschichte von der Industrie und für den Handel ist, von dem natürlich auch die Verliebten profitieren und sich diesen Tag zum Anlass nehmen, etwas zu verschenken oder auch etwas gemeinsam zu unternehmen. Darum muss man meine Kritik auch etwas mit einem Augenzwinkern verstehen, ich bin da keinesfalls neidisch oder Ähnliches – ich finde nur den Valentinstag total überbewertet und im Hinblick auf die weitreichenden Schwierigkeiten weltweit im Grunde genommen komplett überflüssig. Im privaten ist es wichtiger, dass man sich grundsätzlich gut versteht und viel miteinander spricht. Das kann man auch auf andere Situationen im Alltag oder im Beruf übertragen. Und wer weiß, vielleicht freut sich ja eine Kollegin über eine Überraschung zum Valentinstag?

(Infografiken von Netzsieger.de mit herzlichem Dank verwendet)

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