Di. Dez 10th, 2019

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Magazin aus Berlin @ Musik, Medien & Sport

Schickt doch den DSDS Sieger zum ESC!

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Wer sich auch dieses Mal das allj├Ąhrliche Drama rund um den ESC angeschaut hat, der kommt auch aktuell nicht mehr aus dem Staunen heraus. Wenn das also das Produkt ist, welches bei herauskommt unter Zuhilfenahme der Geb├╝hren von vielen Haushalten, dann kann man wirklich getrost darauf verzichten. Dann sollte man das Geld lieber sinnvoll anlegen, zum Beispiel in Nachwuchsprojekte in Form einer Akademie. ├ähnliche Entwicklungen gibt es ja auch im Fu├čball, wo in die Jugend investiert wird und man nachhaltig davon profitieren wird.

Der Song von Levina jedenfalls war wieder das ├╝bliche und man denkt beim NDR vermutlich, Hauptsache die Optik stimmt und den Rest wird die Frau schon erledigen. Dies deutete sich schon bei der kleinen Show an, die die hochtrabende Funktion hatte, den entsprechenden und w├╝rdigen Vertreter f├╝r die Bundesrepublik Deutschland beim ESC zu entsenden. Wir erleben aber ein weiteres Mal, dass scheinbar nicht die Qualit├Ąt ├╝ber Erfolg oder Misserfolg entscheidet, sondern ein etwas wirr anmutendes Geflecht aus Zuschauer-Votings und Jurys aus verschiedenen L├Ąndern. Dadurch, dass Deutschland als gr├Â├čter Geldgeber des Wettbewerbs gesetzt ist, l├Ąsst scheinbar niemanden zu H├Âchstleistungen auflaufen bei Fragen der K├╝nstler.

Auch diese Konstellation aus Jury und Zuschauerstimmen konnte jedoch nicht verhindern, das eine gewisse Schieflage zwischen Deutschland und dem Rest der europ├Ąischen Welt entstand. Es wirkt auch irgendwie unglaublich, dass die Geschm├Ącker derart gleichgeschaltet sein sollen. In Italien sind doch vielleicht ganz andere Geschm├Ącker als in Finnland, D├Ąnemark oder der Schweiz. Dennoch finden sich praktisch nie in den letzten Jahren gen├╝gend Stimmen, um wenigstens aus ein paar L├Ąndern auch ein paar Punkte einzusammeln?

Eventuell w├╝rde dem Norddeutschen Rundfunk unter dem Dach der ARD mal eine Pause ganz gut tun, denn scheinbar ist hier keine Entwicklung mehr beim NDR absehbar. Man reagiert immer irgendwie geschockt und will analysieren – aber ├Ąndern tut sich doch nix und man bleibt seinem Prinzip treu, ├╝ber ein einfaches Prinzip Menschen zu finden, die man zum ESC schicken kann. Dabei k├Ânnte man sich doch problemlos einer schon vorhandenen Castingshow bedienen und eine Kooperation anstreben. Zudem ben├Âtigt “Deutschland sucht den Superstar” dringend einen n├Âtigen Schub und der w├Ąre bei dem Gedanken, dass der Sieger von DSDS beim ESC f├╝r Deutschland antreten k├Ânnte, riesengro├č. Man w├╝rde denn etwas mehr auf Qualit├Ąt achten m├╝ssen und k├Ânnte sich auch dann erfolgreich von dem ganzen Quatsch trennen.

Aber der gro├če Vorteil w├Ąre, wenn RTL den ganzen Vorlauf f├╝r den European Song Contest ├╝bernehmen w├╝rde, dass eine gewisse Sympathie f├╝r den Star entstehen k├Ânnte wegen des monatelangen durchschreiten der einzelnen Stufen. Vom ersten Casting in den RTL-Studios, wo sicherlich dann weniger angehende K├╝nstler nur wegen der paar Sekunden Ruhm antreten w├╝rden, ├╝ber die Stationen in einem fernen Land ├╝ber die Motto-Shows am Ende k├Ânnte der Weg von den Zuschauern mitverfolgt werden und so steigt auch die Akzeptanz und die so wichtige Fanbase.

European Song Contest Feier in Hamburg
Die Vorfreude ist jedes Jahr genauso gro├č wie die gef├╝hlte Gewissheit, dass es wieder regnen w├╝rde.

Die Jury k├Ânnte dann zum Beispiel mit Barbara Sch├Âneberger bereichert werden, die dann nicht mehr im Regen stehen muss auf der Hamburger Reeperbahn, sondern am ganzen K├Ârper strahlen k├Ânnte und ihr fachliches Urteil zum Glamourfaktor der Kandidaten vortragen k├Ânnte. Dieter Bohlen w├Ąre sowieso gesetzt und ein weiteres Jurymitglied k├Ânnte noch aus der ARD kommen, um noch mehr die fachliche Ebene zu st├Ąrken. Daf├╝r m├╝sste man die vorhandene Jury um einen YouTube-Star k├╝rzen, was aber aufgrund der letzten Staffel auch verschmerzbar w├Ąre.

Aber man wundert sich schon ├╝ber die Unt├Ątigkeit und ├ťbers├Ąttigung des Senders, der letztendlich sowohl f├╝r die Qualit├Ąt als auch f├╝r die notwendigen Ausgaben zust├Ąndig ist. Das gro├če Finale mit dem ESC k├Ânnte man dann auch w├╝rdig in einer gro├čen Arena feiern mit einem Dach ├╝ber dem Kopf und nicht wie die letzten Jahre im Regen unter dem Hamburger Himmel auf der Reeperbahn. Es m├╝ssten eben nur mal einige Leute im Sinne des Erfolges ├╝ber ihren Schatten springen und der DSDS-Wettbewerb m├╝sste insgesamt etwas fr├╝her wegen der Vorlaufzeit beginnen. So oder so sollten sich also einige Dinge in diesem doch f├╝r einige wichtigen Wettbewerb ├Ąndern, um auch Deutschland entsprechend zu vertreten.

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