Fr. Feb 21st, 2020

FunTas World

Magazin aus Berlin @ Musik, Medien & Sport

Studio Amani ist noch ausbaufähig

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Nun habe ich mir auch einmal das Debüt von Studio Amani mit Gülcan…äh Verzeihung Enissa Amani angeschaut und vielleicht habe ich zu hohe Erwartungen gehabt, eventuell wollte ich auch an einem Montagabend nach Circus Halli Galli weiter gut unterhalten werden und habe einfach den Fernseher auf Prosieben laufen lassen in der positiven Ansicht, jetzt ein bisschen Comedy weiter vertragen zu können. Allerdings muss man doch ehrlich zugeben, dass die Schuhe von Vorgänger Stefan Raab zu groß sind – auch wenn vermutlich gar nicht gewollt war, dass Amkani in dessen Fußstapfen treten soll. Man hat natürlich jetzt ganz ungewollt noch TV total in Erinnerung, welches einen launigen Wochenendrückblick bot und zum Ende hin von zu vielen sich wiederholenden Gags und einer gewissen Alltäglichkeit mehr ganz so unterhaltsam war wie in seinen besten Jahren.

Antoine Monot war dann auch als Gast nicht zu beneiden, einerseits sind Premieren-Sendungen immer etwas anstrengender und aufgeregter als wenn eine gewisse Routine drinnen ist und andererseits waren die Fragen der Zuschauer von fantasieloser Schlichtheit gezeichnet, so dass man dies fast schon wiederum nur noch mit Humor nehmen konnte. Auch sonst blieb ihm nicht sehr viel Gelegenheit, neben der Gastgeberin zu glänzen – ich muss aber auch zugeben, dass ich auch kein Fan von dem Saturn-Werbegesicht bin und den schon bei anderen Gelegenheiten eher als langweilig empfand.

Warum also bei mir der Funke in der gesamten Show Studio Amani nicht wirklich übergesprungen ist, kann ich gar nicht sagen. Vielleicht lag es gar nicht an der schönen Enissa an sich, sondern einfach an den flachen Witzen und der Art von Humor. Es könnte auch irgendwann die Stimme sein, die einem nicht komplett angenehm durch den Gehörgang kriecht und so war es vielleicht, dass man sie bei Auftreten in positiver Erinnerung hat – hier ist dann der Act nach ein paar Minuten vorbei, man klatscht Beifall und im Gegensatz dazu wirkte auch der Applaus zu viel von dem immer bei solchen Shows viel zu aufgedrehten Publikum. Diese mangelnde Echtheit, die fehlende Authentizität also könnte auch dazu geführt haben, dass man sich nicht mit den Witzen oder der gesamten Situation in der Show identifiziert.


Wie groß die Lücke ist, die Stefan Raab bei Prosieben hinterlassen hat, kann man jetzt trotz der vielleicht etwas negativ wirkenden Kritik noch gar nicht sagen. Vielmehr sollte sich Amani mit ihrem Team noch einmal zusammensetzen und sich einen guten Gagschreiber besorgen. Es gab auch durchaus positive Ansätze, die sie auch in den Standups immer wieder aufzeigt mit dem Migranten-Humor – das könnte man durchaus noch vertiefen und etwas mehr in Richtung schwarzer bis hintersinniger Humor gehen. Dafür könnte man auf die YouTube Clips und auf das Werfen von Torten verzichten, das wäre im Jahr 2016 schon mal ein möglicher Weg, erfolgreicher zu sein.

Auch bei der von Frank Plaßberg “moderierten” Talkshow “Hart aber fair” in der ARD war Enissa Amani zu Gast, aber sie sprengte die Sendung mit sehr sehr vielen Worten und ohne auf die anderen Protagonisten einzugehen. Stattdessen wurde ihre Karriere als Comedian im Ausland thematisiert und der Auftritt gestaltete sich insgesamt als anstrengen – hatte daher auch wenig mit Polit-Talk auf höherem Niveau zu tun. Die Meinung war überwiegend und weiterhin politischer Mainstream, mit der man bei den eigenen Fans punktet bzw. bei den zahlreichen unterstützenden Zuschauern. Man muss aber auch sagen, dass sie auch manchmal den Nerv getroffen hat wie zum Beispiel mit den Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien. Aber ihre Art und Weise ist schon für sich selbst sehr anstrengend und Enissa Amani lässt zwar intolerant Zwischenrufe von links in Person von Cem Özdemir zu, aber dann wieder nicht von rechter Seite. Fazit: Enissa Amani saß nicht nur optisch in der Mitte der Talkrunde bei “hart aber fair”, sondern dominierte auch akustisch bei Plaßberg und erschwerte eine sachliche Diskussion. Man fühlte sich manchmal an Zeiten der Talks am Sonntag bei Günther Jauch erinnert.

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