Mi. Nov 13th, 2019

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Was sich durch demografischen Wandel √§ndern muss: √ĖPNV

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Wir alle m√ľssen mit den gegebenen Umst√§nden leben und das geht auch im demographischen Wandel f√ľr die Wege, die man zur√ľcklegen muss. Damit sind in erster Linie die Strecken gemeint, um von der Wohnung zum Arzt, zum Einkauf, zu Bekannten oder auch in einen anderen Ort fahren muss und kein Auto zur Verf√ľgung hat. Was sich perspektivisch in Bezug auf √Ąrzte oder Eink√§ufe tun wird, darauf wird in anderen Artikeln dieser Serie noch spezifisch eingegangen. Hier geht es um notwendige Verbesserungen bei Bus und Bahn.

Da auch die Unternehmen f√ľr √∂ffentlichen Nahverkehr oft wenig bis gar kein Geld haben und dies auch nicht in Zukunft durch feste Bezahlschranken ver√§ndern m√∂chten, wird man sich Gedanken machen m√ľssen √ľber die zuk√ľnftigen Gestaltungsm√∂glichkeiten der Transportmittel und Bahnh√∂fe bzw. Haltestellen. Dennoch sei einmal angemerkt, dass auch schon zum jetzigen Zeitpunkt 2015 die Unternehmen eine gewisse abgegebene Kontrolle wieder zur√ľck gewinnen k√∂nnten durch Vermeidung von Schwarzfahrten und damit einhergehend entsprechend mehr Personal in den Verkehrswegen. Da dies aber zur Erh√∂hung des Gewinns nicht geplant ist und man alles etwas zur√ľckf√§hrt, wird man sich trotzdem Gedanken √ľber den √∂ffentlichen Personennahverkehr machen m√ľssen.

Die heute 50-j√§hrigen sind in 20 Jahren 70 und die heute 65-j√§hrigen sind dann 85 und wollen weiter den Status von heute aufrechterhalten bzw. sogar noch verbessern. Das bedeutet f√ľr die Unternehmen, dass ein gr√∂√üeres Augenmerk auf die bessere Nutzung von Sitzpl√§tzen gelegt wird. Bei den Bussen wird wohl die Anzahl der Doppeldecker weiter zur√ľckgehen, obwohl oben die volle Sitzplatzkapazit√§t ausgenutzt werden kann – aber durch die steilen Treppen werden zunehmend Menschen Probleme haben, hinauf zu kommen oder es schlicht nicht tun. Auf der anderen Seite wird der Platz unten immer enger durch Kinderwagen, Rollertoren oder Rollst√ľhle. Denn alle diese Menschen sind auf den √ĖPNV angewiesen und in gr√∂√üerem Ma√üe davon betroffen als Menschen, die auch andere Alternativen nutzen k√∂nnen.

Also wird man nicht umhin kommen, hier die ersten Verbesserungen in den Bussen anzustreben in Bezug auf den Platz durch Schlenkerbusse oder andere noch zu findende L√∂sungen. Mir f√§llt nur jetzt schon auf, ohne dass ich mich anstrengen muss, dass der Platz aktuell immer weniger wird und es zunehmend Schwierigkeiten bereiten wird, bei noch mehr √§lter gewordenen Menschen den Anforderungen gerecht zu werden. Mit einem zus√§tzlichen Mitarbeiter im Bus w√ľrde man jedoch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, weil diese als erste Aufgabe die Fahrscheine kontrollieren k√∂nnte und in zweiter Linie beim ein und aussteigen in den hinteren T√ľren behilflich sein k√∂nnte. Denn Rollst√ľhle ben√∂tigen die Unterst√ľtzung des Fahrers, der mit einem Hebel die Klappe zum hinaufrollen √∂ffnen muss.

Gleichzeitig w√ľrde man mit dem zus√§tzlichen Mitarbeiter die L√ľcke schlie√üen, die durch hinten ein gestiegener oder potentielle problematische Fahrg√§ste ge√∂ffnet wurde. Finanziert k√∂nnte dieser “Copilot” durch die Mehreinnahmen, die durch bessere Kontrollen und mehr Vertrauen mit mehr Fahrg√§sten entstehen. Denn auch die U-Bahn k√∂nnte √§hnlich personell aufgebessert werden und die Mitarbeiter w√§ren Unterst√ľtzung und Sicherheit gleichzeitig. Durch eine einigerma√üen fl√§chendeckend gew√§hrleistete Grundsicherheit kommen automatisch wieder mehr √§ltere Fahrg√§ste, die sich bisher nicht mehr sicher f√ľhlten. Diese haben auch die Bereitschaft, bei mehr Sicherheit auch mehr zu bezahlen und bei der Bahn k√∂nnte ein spezielles Abteil zum Beispiel das erh√∂hte Sicherheitsgef√ľhl befriedigen. √Ąhnliche Strukturen w√§ren auch im Regionalbetrieb m√∂glich, dass ein ansprechbarer Mitarbeiter mit im Abteil sitzt und nicht alle Fahrg√§ste √§u√üeren Einfl√ľssen ausgesetzt sind.

In Bezug auf die Forderung, bei Discountern oder generell gr√∂√üeren Ladenketten Toiletten als Pflicht einzuf√ľhren, w√ľrden sich als Alternative s√§mtliche Bahnh√∂fe f√ľr U-Bahn und S-Bahn anbieten. Jedenfalls sind diese in Berlin nahezu fl√§chendeckend zu finden und bilden somit eine M√∂glichkeit, diesen Service √ľber ein externes Unternehmen abzuwickeln und den Fahrg√§sten anzubieten. Zus√§tzlich m√ľssten durch den demographischen Wandel auch s√§mtliche Bahnh√∂fe mit Rolltreppen oder Fahrst√ľhlen ausgestattet sein, was dann automatisch auch den Menschen mit Kinderwagen zugute kommt.

Eigentlich sind alle Verbesserungen, die man f√ľr √§ltere Menschen einf√ľhrt, mittel- und langfristig auch f√ľr j√ľngere Leute gut geeignet und bilden eine gute Grundlage f√ľr eine vern√ľnftige Infrastruktur in kleineren und aber nat√ľrlich auch gr√∂√üeren St√§dten. Das gilt auch f√ľr einen k√ľrzeren Intervall bei den Bussen, hier wird es k√ľnftig h√∂here Anforderungen geben vonseiten der Fahrg√§ste, um nicht zu lange an einer Haltestelle stehen zu m√ľssen oder die Haltestellen sollten besser f√ľr die Generation 70+ ausgestattet werden das betrifft vor allem die Beleuchtung und die Anzahl der Sitzpl√§tze.

Auch bei den Fernbussen, die f√ľr mittlere Strecken gerne genutzt werden, k√∂nnte sich einiges √§ndern. Nicht nur die Anzahl der Toiletten, die von derzeit einer auf zwei nebeneinander im hinteren Bereich aufgestockt werden k√∂nnte, sollte erh√∂ht werden – auch der Zugang √ľber einen kleinen Lift f√ľr die Rollis ist schon seit einigen Jahren f√ľr einen Reisebus m√∂glich. Vielleicht ist es auch gar keine so abwegige √úberlegung, nicht immer nur automatisch bei einem Reisebus von ca. 40 G√§sten auszugehen, sondern eventuell schraubt man das auf Kosten f√ľr mehr Beinfreiheit runter auf 30 Fahrg√§ste? Das jedenfalls ist immer ein Manko, dass die Fahrg√§ste Richtung Bahn treibt und wo Busanbieter wieder Kunden zur√ľckgewinnen k√∂nnten.

Zusammenfassend kann man sagen, dass alle hier oben im Artikel genannten Verbesserungen relativ schnell und einfach durch bestimmte Ma√ünahmen einzuleiten sind und vor allem durch mehr Personal vor Ort in den Bussen und den Bahnen sowie den entsprechenden Bahnh√∂fen. Wenn sich nicht nur die tats√§chliche Sicherheit, sondern auch das Sicherheitsgef√ľhl positiv ver√§ndert, dann hat das auch Auswirkungen auf die Anzahl der Fahrg√§ste und dadurch nat√ľrlich auch auf die Einnahmen, die man f√ľr weitere Dinge nutzen kann. Den derzeitigen Status, also volle Busse mit schlichten Zug√§ngen und der Gefahr, bei zwei Kinderwagen mehr mit dem Rollstuhl in den Bus zu kommen, sind in jedem Falle mehr zeitgem√§√ü und schreien nach Ver√§nderung. Also m√ľssen sich die Betreiber von √ĖPNV auch auf den demographischen Wandel einstellen und sich Gedanken machen √ľber die Auswirkungen, wenn ihre Fahrg√§ste weiter mobil bleiben trotz h√∂heren Alters. Die Rentner von √ľbermorgen h√∂ren nicht auf, von A nach B zu reisen oder den √∂ffentlichen Personennahverkehr zu nutzen. Welch Potenzial auch durch Einnahmen bei Waggons mit Sicherheitspersonal m√∂glich w√§ren, m√ľsste einfach nur durchgerechnet werden. Man muss es nur tun und an diese Klientel denken.

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