Keep your Light Shining–ein kleines Licht unter den Casting Shows?

berichtet wurde über KYLS schon länger, allerdings alles doch eher so halbgar und der Ricky Martin ist wohl auch nur der Ersatz für jemanden, der die Jury kurz vor Start wieder verlassen hat. Annica Hansen find ich eigentlich ganz nett, aber sie scheint auch nicht wirklich Glück mit ihren Sendungen zu haben. Die war ja auch bei der Elton-Show Moderatorin. Wozu benötigt man eine genaue Kandidaten-Vorstellung, wenn die eh bald wieder rausgewählt werden? Man sollte sich auf den Gesang konzentrieren und alles andere ist nebensächlich. Das sind ja insgesamt nur drei Folgen und darum hat man vielleicht das Gefühl, dass alles etwas ungeplant und schnell vonstatten gehen muss.

Alle stehen im Kreis und lösen sich gegenseitig innerhalb eines Songs ab, in dieser Zeit soll der Zuschauer über eine App, die scheinbar auch funktioniert (!) den Daumen hoch oder runter geben.  Also einschlagen wie eine Bombe wird das Format nicht, alles in allem eher solide mit ein paar Hängern drin. Wenigstens scheint die App zu funktionieren.

Das ist irgendwie alles sehr beliebig und ich wüsste nicht, wem ich da so schnell meine Stimme geben würde und man muss ja auch die ganze Zeit dann davor sitzen und interaktiv irgendetwas voten oder klicken, damit die Sänger Stimmen einsammeln können.

Ansonsten die üblichen Zutaten wie so eine Art Jury, die aber nur ein paar Stichworte geben konnte ob der Voting-Systeme. Ein Joker oder ähnliches würde dem etwas Würze geben, wäre dann aber wohl zu sehr abgekupfert von DSDS. Für nebenbei zum Gucken ist das eventuell gerade mal im erträglichen Rahmen, aber für die ganz große Abendunterhaltung reicht das für mich nicht. Annica Hansen führt da halt ganz nett durch die Sendung und die Hektik wird nach einer gewissen Zeit etwas weniger werden.

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Mein Fazit ist, dass die dreißig Sekunden nicht reichen für eine ehrliche Meinung, das Gerede dazwischen sollte man komplett sein lassen und sich nur auf das Wesentliche konzentrieren. Die Idee mit dem Aufbau, dass alle dort stehen und dahinter das Publikum, ist trotzdem mal etwas anderes. Nur dieses ewige ekstatische Kreischen wie schon bei The Voice Of Germany stört ein wenig den aufmerksamen Zuschauer, der ja nun eigentlich per App abstimmen soll, wer die oder der Beste ist. Ob man schon von “Star” sprechen kann, sei mal dahingestellt – aber diese Begriffe sind in der Casting-Branche mittlerweile auch mehr als üblich.

Die Begeisterung der Moderatorin “Wow wow wow” nimmt man ihr nicht immer ab und ob “Ich hab ne Gänsehaut bekommen” wirklich der Realität entspricht, sei mal dahingestellt. Gefühle oder Identifikation mit einem der Teilnehmer kommen jedenfalls ob der Geschwindigkeit eher nicht auf. Aber das kann auch daran liegen, dass ich eher ausgeglichen bin. Besser als diese ewigen Pro7-Sitcoms ist die Show aber auf jeden Fall, auch wenn das nur ein schwacher Trost ist. .Zum Ende hin, um mal das Wort des Abends von Annica Hansen zu benutzen, “UNGLAUBLICH” viel Werbung und eine Qual für Zuschauer und Kandidaten – nicht ohne Grund sagte einer von ihnen “schon sehr spät” auf die Frage, ob man denn nun schon sehr gespannt sei. Ob das Publikum vor den Fernsehgeräten das nächste Mal ähnlich viel Geduld aufbringen werden, bleibt indes fraglich. Auf Twitter unter dem Hashtag “KYLS” hagelte es nämlich bereits haufenweise hämische Kommentare wegen der Kaugummi-Entscheidung. Willy hat die Premieren-Sendung gewonnen, verloren hat einmal mehr der Fernsehzuschauer.