So. Jan 19th, 2020

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Petkovic findet finanzielle Gleichstellung mit den MĂ€nnern fair

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FĂŒr die deutsche Tennisspielerin Andrea Petkovic sind die identischen PrĂ€mien fĂŒr Damen und Herren bei den Grand-Slam-Turnieren absolut gerechtfertigt. Außerdem findet sie die explosionsartige Aufstockung der ausgeschĂŒtteten Preisgelder nicht unmoralisch.

„Wir trainieren genauso hart und genauso viele Stunden wie die MĂ€nner. Deshalb ist eine gleiche Bezahlung auch fair. Wenn Frauen die gleiche Arbeit und den gleichen Aufwand leisten, sollte sie auch genauso bezahlt werden wie die MĂ€nner“, sagte die 25-jĂ€hrige Petkovic im SID-GesprĂ€ch.

Vor Kurzem hatte sich der französische Weltranglistenachtzehnte Gilles Simon ĂŒber die Verteilung der Preisgelder beschwert. „Tennis ist heutzutage der einzige Sport, wo Gleichheit herrscht. Obwohl Herrentennis deutlich attraktiver als das der Damen ist.“

Petkovic hat dafĂŒr zumindest zum Teil VerstĂ€ndnis. „Ich verstehe die MĂ€nner ein bisschen. Bei den Grand-Slam-Turnieren ist es vielleicht auch nicht gerecht, wenn sie ĂŒber drei und wir ĂŒber zwei GewinnsĂ€tze spielen.“


Die Frage ist also, mĂŒssen die MĂ€nner mehr leisten, oder muss man es eher relativ sehen? NatĂŒrlich werden Spiele bei den Herren schneller und schlagtechnisch hĂ€rter gespielt. Doch haben sie gegenĂŒber Frauen auch einen physischen Vorteil. Das soll heißen, dass die Matches fĂŒr die Damen im Profibereich genauso anstrengend sind, wie fĂŒr ihre mĂ€nnlichen Kollegen. Allerdings verfolgen wiederum mehr Zuschauer im Fernsehen die Spiele der MĂ€nner, was in Bezug auf die AusschĂŒttung der TV-Gelder als Argument fĂŒr eine Besserbezahlung der Herren angefĂŒhrt werden könnte.

Petkovic findet die starke Entwicklung der SiegprĂ€mien in den letzten Jahren nicht als unmoralisch. In Wimbledon hatte sich das Preisgeld bezogen auf das vergangene Jahr um 40 Prozent erhöht. Der Schotte Andy Murray und die Französin Marion Bartoli, die im Finale die Deutsche Sabine Lisicki besiegt hatte, kassierten fĂŒr ihren Triumph 2013 jeweils knapp 1,9 Millionen Euro. FĂŒr „Petko“ ist das im Vergleich zu den Turniereinnahmen der Veranstalter durchaus gerechtfertigt, da nur 18 Prozent des Umsatzes an die Spieler ausgeschĂŒttet werden. „Wenn man das bedenkt, ist es eigentlich wenig, dass die Profis als Hauptakteure nur diesen Anteil vom Kuchen abbekommen“, so die 62. der Weltrangliste.

Ein/e Tennisspieler/in auf dem Niveau von Petkovic hat Kosten von 300.000 bis 500.000 Euro allein fĂŒr FlĂŒge, Trainerkosten, Hotels und Physiotherapeuten jĂ€hrlich zu bewĂ€ltigen. „Außerdem muss man bedenken, dass man als Spieler einen hohen Preis zahlt – wir bezahlen mit unserer Gesundheit. Zudem hatten wir nicht die Möglichkeit, eine gute Ausbildung zu machen“, sagte die Hessin, die in ihrer Karriere bislang umgerechnet rund 2,1 Millionen Euro gewonnen hat.

2013 wurden so hohe Preisgelder wie nie zuvor vergeben. Alle Dotierungen der Major-Turniere summiert, ergeben knapp 100 Millionen Euro. 2012 waren es dagegen noch 80 Millionen Euro.

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