Was aus den Zukunftsstädten von Panasonic und Toyota geworden ist
Vor einiger Zeit habe ich hier über die Systemhäuser in Japan geschrieben. Damals hat Panasonic angekündigt, ganze Siedlungen fast schlüsselfertig zu bauen – mit Stromerzeugung, Internet und Technik gleich eingebaut. Heute wollte ich wissen: Was ist daraus geworden? Die kurze Antwort: Japan hat inzwischen gleich mehrere echte Smart Citys. Und die Leute wohnen dort wirklich.
Was ist eine Smart City überhaupt?
Eine Smart City ist eine Stadt oder ein Stadtteil, in dem alles miteinander vernetzt ist: Häuser, Strom, Verkehr, Sicherheit und oft auch die Gesundheitsversorgung. Das Ziel ist, Energie zu sparen, das Leben bequemer zu machen und die Bewohner auch bei Katastrophen gut zu versorgen. Gerade in Japan, wo Erdbeben zum Alltag gehören, ist der letzte Punkt besonders wichtig.

Fujisawa Sustainable Smart Town – Panasonics Vorzeigeprojekt
Das bekannteste Beispiel steht in Fujisawa, rund 50 Kilometer westlich von Tokio. Panasonic hat dort auf dem Gelände einer ehemaligen eigenen Fabrik eine komplette Siedlung gebaut. Eröffnet wurde die sogenannte Fujisawa Sustainable Smart Town (kurz: Fujisawa SST) im Jahr 2014.
Das Besondere:
- Rund 1.000 Haushalte mit etwa 3.000 Bewohnern waren geplant.
- Jedes Haus hat Solaranlage und Batteriespeicher. So bleibt auch bei einem Stromausfall Licht im Haus und das Handy geladen.
- Weniger CO₂: Die Siedlung soll rund 70 Prozent weniger CO₂ ausstoßen als die Stadt im Jahr 1990.
- Brennstoffzellen im Haus erzeugen zusätzlich Strom und Wärme.
- Teilen statt besitzen: Elektroautos und E-Bikes können die Bewohner einfach mieten.
- Sicherheit: Kameras und bewachte Zugänge ersetzen den klassischen Zaun.
Das Projekt ist auf ganze 100 Jahre angelegt. Die Stadt soll also mit der Zeit mitwachsen und immer neue Technik bekommen.
Suita: Die nächste Smart Town bei Osaka
Panasonic hat das Konzept weitergeführt. Im April 2022 wurde die Suita Sustainable Smart Town in einem Vorort von Osaka eröffnet. Auch hier geht es um grünen Strom, Vernetzung und ein gutes Miteinander der Generationen.
Woven City: Toyotas Stadt am Fuji
Noch größer denkt Toyota. Am Fuß des Fuji, in der Stadt Susono, hat der Autobauer auf einem alten Werksgelände die Woven City gebaut. Seit September 2025 wohnen dort die ersten Menschen – vor allem Toyota-Mitarbeiter mit ihren Familien.
Woven City ist eine Art „Labor zum Wohnen“:
- Firmen und Start-ups testen dort neue Technik direkt im Alltag.
- Im Mittelpunkt stehen selbstfahrende Fahrzeuge, Wasserstoff und neue Formen der Mobilität.
- In der ersten Bauphase sollen rund 300 bis 360 Menschen dort leben, später bis zu 2.000.
- Für Besucher soll die Stadt ab 2026 geöffnet werden.
Und was ist mit Masdar?
In meinem alten Artikel hatte ich auch Masdar City in Abu Dhabi erwähnt. Die Ökostadt in der Wüste wurde nicht aufgegeben, ist aber viel langsamer gewachsen als ursprünglich geplant. Japan war hier tatsächlich schneller – genau wie ich es damals vermutet hatte.
Mein Fazit
Aus der Idee der „Systemhäuser“ sind in Japan echte Städte geworden, in denen Menschen wohnen. Vieles davon, was dort getestet wird – Solarstrom mit Speicher, Car-Sharing, vernetzte Häuser –, kommt nach und nach auch bei uns an. Ob man so vernetzt und überwacht leben möchte, muss jeder selbst entscheiden. Spannend ist es auf jeden Fall.
Wie siehst du das? Würdest du in einer Smart City wohnen wollen? Schreib es mir in die Kommentare!
