Sa. Jan 25th, 2020

FunTas World

Magazin aus Berlin @ Musik, Medien & Sport

Rechte und Pflichten von Kunden und Händlern

7 min read

Hier mal ein paar grunds√§tzliche Dinge, die beim Handel zwischen zwei Personen oder einem Menschen in Form eines Kunden und einem Unternehmen immer zu beachten sind. Das Internet ist zwar gro√ü und man wird auch vieles finden, wenn man die Suchmaschinen bem√ľht – aber es ist auch f√ľr mich wichtig, in Bezug auf den Einzelhandel einiges normal an Fakten darzustellen.

Besitz und Eigentum

der Besitz bedeutet die tats√§chliche Herrschaft √ľber eine Sache. Im Beispiel Einzelhandel also etwa eine wahre, die ein Kunde eingekauft hat. Sobald diese bezahlt wurde, ist der Kunde Besitzer dieser Ware und ab sofort hierf√ľr verantwortlich. Nachdem der Kunde an der Kasse war, erh√§lt er einen sogenannten Kaufbeleg und ist nach Bezahlung der Ware auch Eigent√ľmer – daher nennt man dies auch rechtliche Herrschaft √ľber eine Sache. Im privaten Handel, also einem stattfindenden Verkauf zwischen zwei Privatleuten, gibt es auch den Kauf unter Eigentumsvorbehalt. Wenn also eine Sache verkauft wird, wobei der Verk√§ufer immer noch Eigent√ľmer bleibt, wird dies in der Regel schriftlich festgehalten und beide Vertragspartner sind sich dieser Sache bewusst. Meist sind es noch zu regelnde Dinge, die letztlich in der Folge bei Eintreten aller besprochenen Details in eine normale Umwandlung wie bei einem normalen Verkauf √ľbergehen.

  • Privatkauf: Handel zwischen zwei Personen, wovon keine der beiden Personen als Einzelh√§ndler t√§tig ist. Der Handel erfolgt auf einer privaten Basis und wird zum Beispiel √ľber eine Plattform im Internet get√§tigt.
  • Einseitiger Handelskauf: wenn ein Privatmann in ein einzelnen Gesch√§ft geht und dort einen Artikel kauft, kann man von einem einseitigen Handelskauf sprechen. Das gleiche gilt f√ľr Kunden, die bei einem Unternehmen online etwas bestellen und hier ebenfalls die Gesch√§ftsbeziehung privat zu gesch√§ftlich ist.
  • Zweiseitiger Handelskauf: wenn ein Gro√ühandelsbetrieb einem Einzelhandelsgesch√§ft Ware verkauft, also im Grunde alles, was der Warenbeschaffung dient und sp√§ter vertrieben wird. Nat√ľrlich kann auch ein Einzelhandelsgesch√§ft bei einem anderen Einzelhandelsgesch√§ft kaufen und es ist auch ein zweiseitiger Handelskauf. Immer wenn also gleichberechtigte Einzelh√§ndler unter sich gesch√§ftlich t√§tig sind, kann man von einem zweiseitigen Handelskauf sprechen.

Liefertermin

mit dem Liefertermin ist der Kaufvertrag abrunden, wird also der Liefertermin nicht eingehalten ist der Kaufvertrag hinf√§llig. Das betrifft in erster Linie den Versandhandel und hier muss insbesondere beim Handel im Internet genau auf die Allgemeinen Gesch√§ftsbedingungen geschaut werden und was jeder H√§ndler online f√ľr Klauseln eingebaut hat, die dieses entweder aushebeln oder anders auslegen kann. Damit ist im Grunde nur gemeint, dass der Kunde beim Kauf die Ware auch wirklich erh√§lt, wenn der H√§ndler sein Geld ebenfalls erhalten hat. Hier w√§re noch einmal zu beachten, dass es auch Ratenzahlung gibt und hier die besonderen Bedingungen f√ľr einen Raten-Kauf gelten.

Mängel

es gibt verschiedene M√∂glichkeiten, einen Mangel anzumelden – der Normalfall d√ľrfte sein, dass der Kunde in den Laden geht und eine Ware reklamiert weil zum Beispiel eine Sprungfeder fehlt oder an dem gekauften Pullover eine Masche aufgegangen ist und ein Loch sichtbar wird. Das weitere Vorgehen h√§ngt also auch davon ab welcher Mangel gemeldet wurde: Quantit√§tsmangel, Art Mangel, Beschaffenheitsmangel oder Qualit√§tsmangel. Nach der Reklamation entscheiden beide Vertragspartner, sie genau vorzugehen ist. Der Normalfall ist, dass der Kunde sofort eine neue Ware haben m√∂chte oder das Geld zur√ľck. Der Irrtum liegt oft darin, dass der H√§ndler meistens auch Bedingungen hat, an die er sich zu halten hat. So ist es keine Seltenheit, dass der H√§ndler die M√∂glichkeit hat, zweimal eine Ware nachbessern zu lassen und erst ab der dritten m√∂glichen Nachbesserung hat der Kunde die M√∂glichkeit, das Geld zur√ľck zu verlangen. Auch steht der verkaufenden Partei frei, den Warenwert zu mindern und dies dem Kunden so anzubieten. Ein Recht auf Auszahlung sollte man sich auf jeden Fall vor dem Kauf schriftlich best√§tigen lassen oder m√ľndlich mit einem unabh√§ngigen Zeugen vereinbaren. Dies ist eine sogenannte Wandlung, die nur bei einem Mangel oder einem Garantiefall eintritt.

  • Offener Mangel: ein offener Mangel ist ein Mangel, der sofort zu erkennen ist beim Auspacken oder bei der √úbergabe des Artikels. Zum Beispiel kann eine Jacke am Rei√üverschluss defekt sein und dies stellt man erst zu Hause fest bei einer richtigen Anprobe, w√§hrend man beim H√§ndler unter Umst√§nden nur f√ľr die Gr√∂√üe kurz getestet hat. Dies stellt man sofort beim Erstgebrauch fest und ist daher ein offener Mangel, denn er ist auch sichtbar f√ľr den Kunden und im Falle einer Reklamation auch f√ľr den H√§ndler.
  • Versteckter Mangel: ein versteckter Mangel ist ein Mangel, der bei einer Stichprobe nicht erkennbar ist – erst bei sp√§terem Gebrauch erkennbar wird. Im Gegensatz zum offenen Mangel w√§re hier am Beispiel der Jacke ein Problem beim Waschen ein so genannter versteckter Mangel, denn er ist weder sofort beim Einkauf festzustellen, noch bei normalem Gebrauch und tragender Jacke. Der Fehler wird erst festgestellt, wenn die Jacke in der Reinigung ist oder in der Waschmaschine gewaschen wird. Kommt es danach also zu Verf√§rbungen, so kann der K√§ufer dies als versteckten Mangel reklamieren.
  • Arglistig verschwiegener Mangel: wenn der Kunde die Ware unter falschen Voraussetzungen kauft, d.h. wenn ihm eine Eigenschaft zugesichert wurde, der Artikel aber diese Eigenschaft nicht aufweist. So w√§re zum Beispiel ein Wissen des Verk√§ufers √ľber die Tatsache, dass die Jacke beim Waschen Verf√§rbungen aufweisen k√∂nnte, ein arglistiges Verschweigen wenn er danach gefragt werden w√ľrde und seine Antwort absichtlich ausweichend oder der Unwahrheit entsprechend ausfallen w√ľrde.

Umtausch

Der oberfl√§chliche Begriff Umtausch deckt diesen Fall oben nicht ab, denn dieser greift nur, wenn die Ware unversehrt ist und ohne einen Mangel einfach zur√ľckgegeben werden m√∂chte aus welchen Gr√ľnden auch immer. Da die Ware bereits in das Eigentum des Kunden √ľbergegangen ist (siehe oben), ist der H√§ndler nicht verpflichtet die Ware anzunehmen und dem Kunden das Geld auszuzahlen oder in irgendeiner anderen Form dem Kunden entgegenzukommen. Das mag hart klingen, soll aber in erster Linie nur die Sinne sch√§rfen, dass ein Einzelh√§ndler keine verkaufte und ins Eigentum anderer √ľbergegangener Ware zur√ľcknehmen muss. Auf Kulanzbasis ist es nat√ľrlich dennoch beiden Parteien anzuraten, sich anzun√§hern und eine gemeinsame L√∂sung zu erarbeiten – zum Beispiel k√∂nnte nur ein Teilbetrag zur√ľckgezahlt werden oder man bucht das Geld auf einen Gutschein, sodass der Kunde sp√§ter weiter im Laden bleibt und der Umsatz nicht komplett verloren geht.

Pflichten bei Lieferung

der Kunde muss die Ware annehmen und sollte dies noch nicht im Vorfeld oder auf anderen Wegen passiert sein, auch sofort bezahlen. Bei einigen Handelsplattformen hat man aber inzwischen auch die M√∂glichkeit, erste sich die Ware liefern zu lassen und dann per Rechnung zu bezahlen. In diesem Fall greift auf wieder die obige Regel, siehe Besitz und Eigentum. Weiterhin sollte der Kunde die eingegangene Ware mit der Bestellung vergleichen und gegebenenfalls bei Differenzen zwischen Bestellung und Lieferung unverz√ľglich handeln. Gleiches gilt f√ľr M√§ngel, die bei Lieferung und auspacken der Ware festgestellt werden. Hier muss der Mangel sofort ger√ľgt werden und der H√§ndler kontaktiert, Informationen hierzu und weitere Hinweise stehen in der Regel auf den Seiten der H√§ndler und m√ľssen vorher auch best√§tigt werden. Hier gibt es auch Unterschiede, so m√ľssen die sogenannten offenen M√§ngel unverz√ľglich -das bedeutet: ohne schuldhaftes Z√∂gern- beim Lieferanten gemeldet werden und bei den versteckten M√§ngeln bestehen Fristen, an die man sich zu halten hat. Einige versteckte M√§ngel k√∂nnen nat√ľrlich erst bei umfangreichem Gebrauch oder nach einer gewissen Zeit festgestellt werden und es w√§re unfair, wenn dies zum Nachteil des Bestellers w√§re.

Reklamation

bei einer Reklamation von einer gekauften Ware besteht die M√∂glichkeit der Neulieferung, also im Normalfall wird die defekte Ware entgegengenommen und eins zu eins gegen die gleiche Ware getauscht. Die zweite Variante w√§re eine sogenannte Wandlung, also der H√§ndler nimmt die Ware zur√ľck und der Kunde bekommt das Geld zur√ľck auf dem Wege, wie bezahlt wurde. Als drittes gibt es die Minderung, hier hat der H√§ndler die Option, dem Kunden die Herabsetzung des Kaufpreises mit dann folgender Auszahlung der Differenz anzubieten. In gr√∂√üeren Streitf√§llen und wenn es um zus√§tzliche Kosten, die dem Kunden durch den Mangel entstanden sind, kann es auch zu Schadensersatzforderungen kommen f√ľr zum Beispiel entgangene Einnahmen oder Fahrgelder oder was auch immer – das wurde in diesem Zusammenhang zu sehr in die Tiefe gehen und sollte dann von Fall zu Fall entsprechenden Experten hierf√ľr besprochen werden.

(Visited 42 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kommentare werden durch WP-SpamShield Anti-Spam gesch√ľtzt

Copyright © All rights reserved. | Newsphere by AF themes.