Im Sommer übernachten auf dem Balkon?

Alleine der Gedanke daran ist für mich so abwegig, dass ich mich vorher wirklich nie darum gekümmert habe. Umso erstaunter war ich beim Lesen des Artikels Draußen schlafen – Sommer auf dem Balkon im Berliner Tagessiegel, der am 08. August 2014 online gestellt wurde.

Mücken und Tauben sind Störfaktoren beim Balkonschlaf

Ich habe das mal auf die mir bekannte Situation in Berlin übertragen, obwohl die Autorin wohl auch das beschriebene auf die gleiche Stadt in diesem Sommer bezogen hatte. Morgens sind die Vögel so laut am Piepen, dass ich nie auf die Idee kommen würde, mir eine Matratze auf den Balkon zu legen. Außerdem wohne ich ganz oben und das Federvieh würde wenig Rücksicht auf mich nehmen. Wen aber grölende Nachbarn oder mehr als nur eine (!) Mücke und sonstiges Gesurre (da gibt es ja noch mehr und größeres) nicht stört und dabei schlafen kann – viel Spaß. Andererseits ist es bei mir in Berlin auch nicht richtig heiß und die Luft steht auch nicht so richtig. Es geht also. Eigentlich war es sogar so, dass ich zwar abends mit offener Balkontür noch gearbeitet habe – aber drinnen und das hat auch völlig gereicht. In diesem Sommer war es auch eher mitteleuropäisches Klima, also keine tropischen Nächte oder eine grandiose Hitzewelle wie 2006 oder 2010, darum wunderte mich der Artikel etwas…..

Links das Foto vom Balkon, rechts eine Taube von vielen, die den Balkon zukacken

Balkontür mit Fliegengitter billig Taube mit Balkonpflanze

Die Temperatur in Mitteleuropa ist nachts oft nicht hoch

Außerdem habe ich gelesen: Die optimale Schlaftemperatur in der Nacht liegt zwischen 16° und 19° Celsius (Raumtemperatur-info.de) – und dieses “Es ist heiß – die Luft steht – Wer kann schläft draußen”-Gefühl aus dem oben genannten Tagesspiegel-Artikel will sich eigentlich nicht einstellen. In den letzten 4 Wochen kletterten die Temperaturen nur ein paar mal leicht über 20 Grad, beizeiten waren es sogar nur 14 und 12 (!) Grad in der Nacht. Weiter gab es nachts auch Regen, was die Temperatur gefühlt nochmal etwas senkt. Ich vermute mit Blick auf den Wetterumschwung der nächsten Tage: Der Artikel ist/war schon lange fertig, es gab aber keinen richtigen Sommer mit tropischen Nächten oder so und jetzt musste er halt schnell online. Bevor das erste Herbstlaub vom Wind auf den Balkon geweht wird. Ich hingegen werde den Selbstversuch sicherlich nicht machen und auf dem Balkon nächtigen, da wäre mir die Gefahr einer Erkältung oder, dass mir ein Vogel ins Gesicht kackt, viel zu groß. Trotzdem – gute Nacht!

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Nachts in der Nachbarschaft ist es laut

Ich möchte auch noch einmal auf den Aspekt der Lautstärke eingehen, denn mitunter stört der alltägliche Fluglärm schon tagsüber und was mir zuletzt am Sonntagmorgen in Berlin-Spandau um 6 Uhr 14 in die Ohren drang, war alles andere als sanfte Einschlafmusik. Auch scheint es Menschen in der Nacht zu geben, die kommen nicht direkt von der Arbeit, sondern von der Parkbank oder einer Kneipe und die “unterhalten” sich entweder mit anderen Menschen oder mit sich selbst. Wobei da das Wort “unterhalten” schon stark verharmlosend ist und man es eher lautstarke Meinungsbekundung oder -unterschiede nennen sollte. Letztens gab es mitten in der Nacht bei geöffnetem Fenster ein Kräftemessen zweier Hunde im Kanon mit einer klagenden Katze, dazwischen krähte immer mal wieder ein Vogel unbekannter Herkunft und Art. So gesehen ist das in der Nacht auf dem Balkon sicherlich besser als Flugzeuge, aber im Verhältnis zur schützenden Ruhe im Schlafzimmer ein großer Unterschied.

Regen macht Nase oder Balkon nass

Schläft man bei offenem Fenster, wird man auch schon mal geweckt von Regentropfen, die quer auf die Nase prasseln können und das Gleiche kann einem natürlich auch passieren, wenn man wie im Vorschlag auf dem Balkon schläft. Es wäre nicht das erste Mal, dass man bei trockenem Wetter die Nachtruhe beginnt und mit der Dunkelheit der Regen kommt! Apropos Dunkelheit – so richtig dunkel wird es oft in der Stadt gar nicht. Der Mond, die Laterne, das Fenster von gegenüber und auch dies sind Punkte, die das Übernachten auf dem Balkon nicht zum Spaß werden lassen.

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Behördenirrsinn wegen BAföG und Balkon

Seltsame Blüten treibt auch das Sozialgericht in Berlin, das nämlich fordert einen BAföG-Schüler dazu auf, sein Zelt auf dem Balkon unterzuvermieten! Da wiehert mal wieder der Amtsschimmel und es zeigt sich, dass die Überlastung in den Gerichten hausgemacht ist und es scheinbar keine größeren Probleme zu lösen gibt. Wie auch immer – hier scheint jedenfalls tatsächlich mal jemand auf dem Balkon zu schlafen und bei der Hitzewelle mit oft tropischen Nächten im Jahr 2018 ist das auch wirklich kein Wunder, drücken wir mal dem Student die Daumen für seine Berufung.

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