Mi. Jan 22nd, 2020

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SelbstĂ€ndig heißt fĂŒr mich NICHT selbst und stĂ€ndig

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Einer dieser neunmalklugen SprĂŒche, die man als Freiberufler oder SelbstĂ€ndiger immer wieder zu hören bekommt, ist ja “SelbstĂ€ndig heißt selbst und stĂ€ndig” – was natĂŒrlich nicht stimmt. Gerade als SelbstĂ€ndiger muss man seine KrĂ€fte viel besser einzuteilen lernen und muss PrioritĂ€ten setzen bei der Annahme von AuftrĂ€gen. Manchmal kann es besser sein, einem Auftraggeber abzusagen fĂŒr einen lukrativeren. Außerdem nutzt es zum Beispiel nichts, wie eine Hafennutte zu arbeiten, um dann eine viel zu kurze Ruhephase zu haben oder langfristig an Burnout zu erkranken. NatĂŒrlich wollen einen viele in dieser Rolle sehen, weil man wieder Druck ausĂŒben kann. Aber wirklich eigenstĂ€ndige Köpfe klammern sich nicht an einen einzigen Auftrag bzw. sehen eben gerade den Vorteil einer sicheren Zeit fĂŒr die Dauer dieses Rahmens. Will sagen: Man muss sich m.E. eben genau flexibel verhalten und die Vorteile jeweils ausnutzen.

Unausgewogene Work-Life-Balance wirkt sich fĂŒr das Arbeitsleben negativ aus

Nur klar ist auch – es hat schon seinen Grund, warum es bei Angestellten eine 40-Stunden-Woche gibt und zum Beispiel Schichtsystem. Wer sich in diesem Bereich bewegt und von frĂŒhmorgens bis spĂ€tabends ackert und kaum eine Möglichkeit nutzen kann, um mal kurz zu entspannen, hat vieles leider auch falsch gemacht. Eine unausgewogene Work-Life-Balance wirkt sich sowohl fĂŒr das Arbeits- als auch auf das Privatleben Ă€ußerst negativ aus. Die Folgen sind innere Unruhe, Stress, Burnout und körperliche Beschwerden. Das soziale GefĂŒge findet nur noch im Kopf statt und wird reduziert auf kurze Momente, nichts wird mehr genussvoll getan. Man nimmt sich die Zeit nicht um vernĂŒnftig und gesund zu Essen – das betrifft Auswahl und die Art und Weise. Im Stehen schnell Dies oder Das schadet MAL niemand, aber schon bald wenn es zum Dauerzustand werden sollte. Auch Partnerschaft und SexualitĂ€t können unter dieser Gemengelage erheblich Schaden nehmen und daher ist DRINGEND zu empfehlen, aus diesem Hamsterrad zu entfliehen, fĂŒr sich SELBST nutzende Entscheidungen zu treffen und das eigene Leben besser zu steuern. Denn man ist immer nur sein eigener KapitĂ€n, aber man ist nicht automatisch auch die ganze Mannschaft auf dem Schiff.

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Man ist sein eigener KapitÀn, aber nicht automatisch auch die ganze Mannschaft

Wer das nicht erkennt, wird sehr bald Schiffbruch erleiden und sieht die Konkurrenz vorbeisegeln. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Sie lĂ€sst sich nĂ€mlich vom RĂŒckenwind der eigenen StĂ€rke tragen, wenn die Luft sich gegen das starke RĂŒckgrat drĂŒckt. Darum ist auch Sport sehr wichtig, um mal bei einem Workout sich so richtig auszupowern, ohne dass das auch gleich wieder zum Extremsport ausufert! In der nahen Zukunft mit der EinfĂŒhrung des Mindestlohns werden wir vermutlich wieder sehr viele “SelbstĂ€ndige” haben, die einem das Leben erklĂ€ren wollen, aber sich selbst kaum etwas gönnen. Denn SelbstĂ€ndige können den Lohn selber aushandeln und unterliegen keine Lohnuntergrenze, da braucht es nicht viel Fantasie, dass einige die “Chance” am Schopfe packen und fĂŒr 6,00 Euro Stundenlohn bei 50 Stunden die Woche 300 Euro plus Mehrwertsteuer mal vier also 1200 Euro netto/Monat arbeiten werden. Zieht man die Krankenkasse noch ab, ist man auf dem Niveau von den vorherigen Jahren.

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