So. Sep 15th, 2019

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Selbständig heißt für mich NICHT selbst und ständig

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Einer dieser neunmalklugen Sprüche, die man als Freiberufler oder Selbständiger immer wieder zu hören bekommt, ist ja “Selbständig heißt selbst und ständig” – was natürlich nicht stimmt. Gerade als Selbständiger muss man seine Kräfte viel besser einzuteilen lernen und muss Prioritäten setzen bei der Annahme von Aufträgen. Manchmal kann es besser sein, einem Auftraggeber abzusagen für einen lukrativeren. Außerdem nutzt es zum Beispiel nichts, wie eine Hafennutte zu arbeiten, um dann eine viel zu kurze Ruhephase zu haben oder langfristig an Burnout zu erkranken. Natürlich wollen einen viele in dieser Rolle sehen, weil man wieder Druck ausüben kann. Aber wirklich eigenständige Köpfe klammern sich nicht an einen einzigen Auftrag bzw. sehen eben gerade den Vorteil einer sicheren Zeit für die Dauer dieses Rahmens. Will sagen: Man muss sich m.E. eben genau flexibel verhalten und die Vorteile jeweils ausnutzen.

Unausgewogene Work-Life-Balance wirkt sich für das Arbeitsleben negativ aus

Nur klar ist auch – es hat schon seinen Grund, warum es bei Angestellten eine 40-Stunden-Woche gibt und zum Beispiel Schichtsystem. Wer sich in diesem Bereich bewegt und von frühmorgens bis spätabends ackert und kaum eine Möglichkeit nutzen kann, um mal kurz zu entspannen, hat vieles leider auch falsch gemacht. Eine unausgewogene Work-Life-Balance wirkt sich sowohl für das Arbeits- als auch auf das Privatleben äußerst negativ aus. Die Folgen sind innere Unruhe, Stress, Burnout und körperliche Beschwerden. Das soziale Gefüge findet nur noch im Kopf statt und wird reduziert auf kurze Momente, nichts wird mehr genussvoll getan. Man nimmt sich die Zeit nicht um vernünftig und gesund zu Essen – das betrifft Auswahl und die Art und Weise. Im Stehen schnell Dies oder Das schadet MAL niemand, aber schon bald wenn es zum Dauerzustand werden sollte. Auch Partnerschaft und Sexualität können unter dieser Gemengelage erheblich Schaden nehmen und daher ist DRINGEND zu empfehlen, aus diesem Hamsterrad zu entfliehen, für sich SELBST nutzende Entscheidungen zu treffen und das eigene Leben besser zu steuern. Denn man ist immer nur sein eigener Kapitän, aber man ist nicht automatisch auch die ganze Mannschaft auf dem Schiff.

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Man ist sein eigener Kapitän, aber nicht automatisch auch die ganze Mannschaft

Wer das nicht erkennt, wird sehr bald Schiffbruch erleiden und sieht die Konkurrenz vorbeisegeln. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Sie lässt sich nämlich vom Rückenwind der eigenen Stärke tragen, wenn die Luft sich gegen das starke Rückgrat drückt. Darum ist auch Sport sehr wichtig, um mal bei einem Workout sich so richtig auszupowern, ohne dass das auch gleich wieder zum Extremsport ausufert! In der nahen Zukunft mit der Einführung des Mindestlohns werden wir vermutlich wieder sehr viele “Selbständige” haben, die einem das Leben erklären wollen, aber sich selbst kaum etwas gönnen. Denn Selbständige können den Lohn selber aushandeln und unterliegen keine Lohnuntergrenze, da braucht es nicht viel Fantasie, dass einige die “Chance” am Schopfe packen und für 6,00 Euro Stundenlohn bei 50 Stunden die Woche 300 Euro plus Mehrwertsteuer mal vier also 1200 Euro netto/Monat arbeiten werden. Zieht man die Krankenkasse noch ab, ist man auf dem Niveau von den vorherigen Jahren.

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